Jugendliche Täter

Auch Jugendliche können Täter sein

Sexuelle Übergriffe von Jugendlichen an Kindern und Gleichaltrigen sind keineswegs selten. Viele Mädchen und junge Frauen, aber auch Jungen und junge Männer machen unfreiwillige sexuelle Erfahrungen. Sie werden mit anzüglichen Bemerkungen, obszönen SMS, aggressiven Kommentaren über ihren Körper, sexualisierten Beschimpfungen oder ungewollten Berührungen konfrontiert. Oft sind die Grenzen zwischen harmlosen Bemerkungen zu sexualisierten Handlungen fließend und nicht jeder sexuelle Übergriff ist mit körperlicher Gewalt verbunden. Die meisten Attacken unter Jugendlichen werden im Freundeskreis oder durch Bekannte verübt, der fremde Täter ist selten.

Entscheidend ist, dass Erwachsene und Jugendliche sich folgender Dinge bewusst werden: Sexuelle Übergriffe oder sexuelle Gewalt sind kein Jugendspaß und nicht harmlos. Sie sind auch in Beziehungen strafbar. Entgegen der weit verbreiteten Meinung sind Betroffene nicht „selbst schuld“, wenn sie Opfer werden. Verantwortlich für sexuelle Übergriffe sind die Täter und deren Anstifter.

Diese Handlungen sind strafbar – gleichgültig, ob sie durch Fremde, im Freundeskreis oder innerhalb einer Beziehung ausgeübt werden:

  • ohne dessen Einwilligung die Geschlechtsteile eines anderen anfassen,
  • andere dazu zwingen, die Geschlechtsteile von anderen anzufassen,
  • heimlich Handy-Filme oder -Fotos von intimen Situationen machen, verschicken oder (im Internet) veröffentlichen,
  • einvernehmlich aufgenommene Nacktfotos oder –filme weitergeben oder veröffentlichen,
  • Porträtaufnahmen von Bekannten auf Bilder von Pornodarstellern montieren und versenden oder ins Netz stellen,
  • ein betrunkenes oder durch K.O.-Tropfen gefügig gemachtes Opfer vergewaltigen (§ 179 StGB Sexueller Missbrauch widerstandsunfähiger Personen).

Betroffene Mädchen und Jungen haben ein Recht auf Unterstützung und Hilfe. Weitergehende Informationen für Jugendliche unter www.save-me-online.de oder www.juuuport.de

Opfer-Telefon des WEISSEN RING e. V.: 116 006
(täglich 7 bis 22 Uhr, kostenlos)
Nummer gegen Kummer: 0800 111 0 333
(montags bis samstags 14 bis 20 Uhr, kostenlos)

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